Archiv für Oktober, 2010

Outstanding

Posted in gelesen wird immer on 22. Oktober 2010 by du

01 Outstanding

 

02  Nicht Dein Land

 

Am 13.08.2010 hat Philipp Khabo Köpsell im Rahmen von tausend worte tief Buchpremiere gefeiert. Die Akte James Knopf ist eine Sammlung von (Spoken Word) Gedichten und Rap Songs, teils auf Englisch, teils auf Deutsch. Das Buch ist in der Edition Insurrection Notes des Unrast Verlags erschienen.

Philipp dichtet im Zeichen von Empowerment und Gerechtigkeit – with an outstanding feeling for rhythm. Das Buch kann für 9.90 € beim Verlag bestellt oder im gut sortierten Buchhandel gekauft werden.

Bei tausend worte tief wurde Philipp von der Hip Hop Formation Mixed Emotion begleitet. Für die Beats von SamSizzle, die Soulstimme von Stephstoul und die Spoken Words von Philipp war der Beifall groß.

Wir gratulieren Philipp zum Buch und danken dafür, dass er uns damit bereichert hat.

 

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Stephsoul und Sam Sizzle aka Mixed:Emotions

Posted in Künstler/innen on 12. Oktober 2010 by du

Musikgruppe aus Berlin mit Sänger/Songwriter STEPHSOUL und Musiker/Techniker SAM SIZZLE mit einem SOULFUL SOUND
UNLIKE ANY THAT YOU'VE HEARD AROUND...

REAL MUSIC TO MAKE YOU FEEL, THINK ABOUT SOME THINGS  AND APPRECIATE THIS BEAUTIFUL
LIFE THAT WE ONLY GET TO LIVE ONCE

SO, PLEASE EMBRACE M:E

Carole King von Philipp Khabo Köpsell

Posted in gelesen wird immer on 11. Oktober 2010 by du

Belle Madame mit zu viel Haar
schnurgerade an der Haltestelle

knuffiger Schimansky –
kaut cool Kaugummi

Pärchen – beide Lippenpiercing,
fetten Arsch und Boxerfresse

eine weiße Frau mit Kinderwagen
guckt wie Carole King.

freitext Editorial: bewohner innen

Posted in Uncategorized on 8. Oktober 2010 by du

(jetzt bestellen)

In diese Welt geworfen, versuchte ich, sie mir häuslich einzurichten, sie bewohnbar zu machen. Ich wohnte in Städten und auf dem Land, schlief auf Rückbänken von Autos und auf Wartesitzen – aus Metall oder Plastik – in Bahnhöfen und Flughäfen. Was ich, rastlos, nicht fand, versuchte ich in Worten zu finden. Ich dichtete das verheißene Land. Ich bin noch nicht fertig.
Als ich erschöpft war von Stadt und Dorf, von Zugfahrt und Flugzeug, verfolgt von Blicken und Gerede, zog ich ins Internet, verbrachte viel Zeit in Foren, nannte flüchtige Bekannte »siblings« und »friends«, trat Gruppen bei, gründete Netzwerke. Das machte es etwas leichter. Und doch ist das Bewohnbar-machen der Welt eng verknüpft mit Heimisch-machen. Heimisch auf der einen Seite zeugt auch von der anderen, fremden Seite. Notwendigerweise?

Wir zweifeln und andere mit uns, dass diese Welt notwendig in heimisch/fremd aufgeteilt sein muss. Was uns als fremd gilt, sind oft Nachbarn und Nachbarn doch auch oft fremd. Woran messen wir, was uns verbindet oder trennt?

Wir hauen ab vor Realitäten, wir hauen ab vor etwas, das es nicht gibt.
Konstruktionen en masse, wir können alles selber machen, keine Opfer der Globalisierung, Entfremdung der Natur und Politik, bestimmen wir selber, was bewohnbar ist und was nicht. Die einzigen Nichtorte sind wir selbst.
Aus diesem Nichtort höre ich die Bewohnerinnen schreien: dies ist unser Ort! Wir beanspruchen diesen Ort! Wir sind die Bewohnerinnen. Wenn ihr uns verdrängen wollt, werden wir ihn nicht kampflos übergeben! Inmitten des Geschreis finde ich mich selbst, finde Ruhe, finde Worte, die die Ent-fremd-ung wieder zur Menschlichkeit führen.

(Und wer furzet ist nicht leer, / dru m furzt man gerne sehr.)

Die Redaktion (freitext)

 

Die Autor/innen Marianna Salzmann, Daniela Janjic, Olga Grjasnowa, Georgia Doll, Mutlu Ergün und Deniz Utlu stellten ihre Gagen für die tausend worte tief- Lesung zur Launch der letzten freitext Ausgabe »Bis hierher lief’s noch ganz gut« in der Werkstatt der Kulturen in Berlin am 14. April 2010 dem Druck der aktuellen Ausgabe zur Verfügung. Herzlichen Dank hierfür.

 

Inhalt:

Philipp Khabo Köpsell

Posted in Künstler/innen on 7. Oktober 2010 by du

Philipp Khabo Köpsell, geboren 1980, ist Spoken Word Künstler und Aktivist Deutsch-Südafrikanischer Herkunft. Er wuchs in Göttingen auf und studierte Afrikawissenschaften und Englisch an der HU Berlin. Er ist Mitglied der Rap/Poetry Formation „New Night Babies“ (zusammen mit RonAmber „Flow“ Deloney), „Blaque ReinneCarnation“ und der Hip Hop Gruppe „Dead Horse Running“. Aufgetreten ist er bei diversen Poetry-Veranstaltungen der Schwarzen Community, antirassistischen Kundgebungen und Tagungen. In seinen Texte thematisiert er den alltäglichen Rassismus, die Schöpfung neuer, selbstbestimmter Räume und die verzerrte Welt der Popkultur.

Don’t trust your inner feelings

Posted in gelesen wird immer on 6. Oktober 2010 by du

Am 08. September eröffnete Selim Özdogan die Lesesaison bei tausend worte tief. Er las aus seinem Kurzprosaband „Ein Glas Blut“, aber auch aus „Trinkgeld vom Schicksal“ und einige unveröffentlichte Geschichten. Am Tag nach der Lesung war auf Social Network Foren mitzuverfolgen, wie der Link zum Text Unser Vibrationshintergrund gepostet, geshared, geliked und kommentiert wurde. In dem Text vergleicht Selim Migranten mit Vibratoren:

„Migranten und Vibratoren haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Vibratoren werden meistens vor den Blicken der Öffentlichkeit versteckt, in Schubladen, in der hinteren Ecke des Schrankes, im Geheimfach des Schminkkoffers. Migranten wohnen auch oft versteckt, in Gegenden mit billigen Mieten, in den Ecken der Großstädte, die normalerweise selten ins Bewusstsein dringen.“

tausend worte tief ist eine Wort und Klang Veranstaltung für Literatur und Musik. Selim ließ uns Songs hören, die wichtig für sein Schreiben sind und erzählte, was ihn mit diesen Liedern verbindet. Wir hörten z.B. „that don’t make it junk“ von Leonard Cohen. „Don’t trust your inner feelings, inner feelings come and go“ heißt es da. „Ich weiß nicht, wie es euch geht“, sagte Selim, „aber ich habe mindestens 20 Stimmen in mir, die alle etwas anderes erzählen.“ Man könne einer folgen, über Jahre hinweg und staune hilflos, wenn diese plötzlich verstumme. Dann komme die nächste Stimme und fordere, was die verstummte all die Jahre verdammt hatte: No, don’t trust your inner feelings.

Die inneren Stimmen mögen trügen, die Stimmung an diesem Abend nicht: Der Zauber im Raum war unverkennbar. Auch Selim, der schon auf unzähligen Lesebühnen stand, bekannte dass es ihm eine besondere Freude war vor dem tausend worte Publikum zu lesen.

(siehe auch love german books)